Kontakt

Projektleitung

Susanne Borkowski

Projektkoordination

Johanna Kloss

Einleitung

Jugendliche an der Gestaltung ihrer Lebenswelten zu beteiligen ist eine wichtige Herausforderung moderner Kommunalpolitik: Partizipation fördert die Entwicklung von Jugendlichen und vermittelt ihnen ein grundlegendes Demokratieverständnis. Die aktuelle Forschung belegt die Bedeutung die schon in der UN-Kinderrechtskonvention skizziert wurde.

2009 konnte der Verein „KinderSärken e.V.“ in Stendal ein Zukunftsbüro für „Junge Menschen in Stendal“ (JuMeS) eröffnen, das sich schwerpunktmäßig mit der Durchführung von Projekten zur Jugendpartizipation beschäftigt. Die Partizipationsforschung hat gezeigt, dass besonders direkte Formen der Jugendbeteiligung mit Projektcharakter Erfolg haben. In verschieden Formen werden nun Partizipationsprojekte mit Jugendlichen in Stendal durch das Zukunftsbüro durchgeführt. Diese Ansätze lassen sich auch auf andere Kommunen übertragen. Mit einer Förderung durch „Stärken vor Ort“ wird es möglich, ein niedrigschwelliges Projekt der Jugendbeteiligung auch in Tangerhütte durchzuführen.


Aktivitäten

Während der Projektlaufzeit erkunden die Jugendlichen im Sinne der „Stadtdetektive“ eines bereits erprobten Beteiligungsprojektes ihr Lebensumfeld und setzen sich aktiv damit auseinander. Die Jugendlichen ziehen  durch ihr Wohnumfeld, entdecken Schätze und benennen Problem auf die sie dabei stoßen. Ausgangsort können sowohl die Stadt Tangerhütte, als auch die neu eingemeindeten Dörfer sein. Ansatzpunkt für dieses Projekt sind Jugendgruppen in Schulen, Horten und Freizeiteinrichtungen. Die Anregungen werden von den Jugendlichen mit Fotoapparaten und Videokameras dokumentiert und auf Plakaten oder in einer Powerpointpräsentation von ihnen zusammengestellt. Durch diese Erfahrung und einen Methodenworkshop im Anschluss können sich die Jugendlichen selbst zu Teamleiter/innen qualifizieren, um dann die Aktion mit Jüngeren durchzuführen.

Am Ende des Projektzeitraumes organisiert das Zukunftsbüro eine Konferenz der Jugendlichen in und um Tangerhütte. Hier haben sie die Möglichkeit den Stadtratsmitgliedern ihre Wünsche und Vorstellungen anhand ihrer Dokumentationen vorzustellen. So kommen sie mit Vertreter/innen aus Politik und Verwaltung ins Gespräch können mit ihnen Lösungen diskutieren. Die Stadtratsmitglieder übernehmen anschließend Patenschaften für die benannten Probleme.

Zum Gelingen des Projektes braucht es Akzeptanz und Unterstützung seitens der Politik, denn nur, wenn am Ende eine Umsetzung der Ergebnisse möglich wird, können die Jugendlichen auch die angestrebten Selbstwirksamkeitserfahrungen machen. Aus diesem Grunde gab es auch im Vorfeld dieses Antrages einen ersten Kontakt mit dem Tangerhütter Bürgermeister Gerd Borstel, der sich an einer Projektdurchführung in Tangerhütte interessiert zeigte.

Mit dem Projekt „Stadtdetektive“ in Tangerhütte möchten wir im ländlichen Raum den Grundstein für eine dauerhafte Plattform der Jugendpartizipation legen. Das Zukunftsbüro „JuMeS“ übernimmt dabei die Initiierung und Koordination des Beteiligungsprojektes.


Erwartete Ergebnisse

Mit dem Projekt „Stadtdetektive“ wird in Tangerhütte eine ganz neue Form der Beteiligungskultur für Jugendliche geschaffen. Durch Stadterkundungen, Teamleiter/innenqualifikationen und die Organisation einer Konferenz im Stadtrat, erleben Jugendliche Partizipation hautnah und erlangen einen Einblick basisdemokratische Prozesse. Sie erfahren, dass ihre Anliegen ernst genommen werden und erleben ihre Selbstwirksamkeit. Im Gegenzug wird erwartet, dass es seitens der Politik und Verwaltung zu einem größeren Bewusstsein für die Anliegen der Jugend führen wird. Durch das Projekt erwerben die Jugendlichen Kompetenzen zur Anleitung von Kinder- und Jugendgruppen und zur Planung und Durchführung von Projekten. Außerdem lernen sie, Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Das trägt zur Stärkung der sozialen Kompetenzen und des Verantwortungsbewusstseins der Jugendlichen bei.

Das Projekt richtet sich an Mädchen wie Jungen gleichermaßen. Es beinhaltet sowohl einen im Allgemeinen männerdominierten Bereich, den politischen Aspekt, wie auch die Arbeit mit Kindern als traditionellen frauendominierten Bereich. Somit ist sowohl für Jungen als auch für Mädchen eine ansprechende Perspektive enthalten und eröffnet beiden Geschlechtern einen neuen Zugang zum jeweils anderen Bereich. Daneben trägt die Aktivierung der Jugendlichen in und um Tangerhütte dazu bei, dass die Jugendlichen ihr Lebensumfeld bewusst wahrnehmen und so gerade in Zeiten des demographischen Wandels mögliche Haltefaktoren für sich entdecken. Hier bietet sich ihnen die Möglichkeit ihre Stadt und ihre Zukunft mitzugestalten.

 

gefördert durch:  

Diese Maßnahme wurde aus dem Europäischen Sozialfonds der Europäischen Union gefördert.